Liebestrauma und 10 Irr-Auswege

„Geld oder Liebe – alles nichts oder nichts ohne? Gibt es kein Entrinnen?“

Wie sehr oder existentiell sind wir an Liebe gebunden? Was bedeutet sie uns? Ist sie ein traumatischer Fluch oder ein glücklicher Segen? Was bedeutet sie Dir? Ist sie für Dich alles? Oder ist sie für Dich nichts? Wie bestimmt Liebe Dein Leben?

Wohl denen, die mit einem Leben voll glücklicher Liebe gesegnet sind. Viele aber wurden in der Liebe tief verletzt oder schwer enttäuscht, einige sind daran zerbrochen und für manche ist die Abwesenheit von Liebe ein Normalzustand. Was davon trifft auf Dich zu?

Dem Liebestrauma zu entrinnen ist für die meisten von uns ein Irrweg des Rätselratens und der Selbstversuche. Aus meinen eigenen Erfahrungen liste ich hier 10 verschiedene Strategien auf, ein Leben im Mangel der Liebe zu bewältigen, wobei ich vor jeweiligen Nebenwirkungen warne! Hier findest Du ein paar Aha-Erlebnisse, Wiedererkennen und mehr Verständnis für das Thema.

 

Erzwungene Teilnahme an der Spaß-Gesellschaft

Wer in unserer Gesellschaft nicht mitfeiern und gut drauf sein kann, der schießt sich selbst ins Aus. Wer eine tiefe Trauer und einen tiefen Schmerz in sich trägt, der muß damit rechnen, mit dem Spruch „heul doch!“ auch noch diffamiert und noch tiefer in den Dreck getreten zu werden. „Girls want to have fun“ heißt die Devise, und wer diesen „fun“ nicht bieten kann, ist abgemeldet.

Also was tun, wenn man sich nach Spaß und Liebe sehnt, auch wenn oder gerade wenn man in seinem Herzen eine tiefe Verletzung trägt? Diese beeinträchtigt nämlich alle positiven Lebensenergien und die eigenen Selbstwerte, nämlich Zufriedenheit, Selbstachtung, Selbstvertrauen und innere Freiheit (nach dem Modell des Psychologen Max Lüscher). Als Folge sind Vitalität, Lebensfreude, Begeisterung und Spaß gehemmt, was von den Kommilitoninnen sofort subtil als Makel wahrgenommen wird. Und welches „girl“ mochte sich denn dann schon mit einer „Spaßbremse“ einlassen? Geschlechtlich umgekehrt gilt das natürlich genauso.

Meine eigene Erfahrung zeigte mir, wie dieser Makel gleich einer dunklen Wolke schwer über mir lag, ein Leid nach dem anderen anzog und die Liebe vertrieb, nach der ich mich so sehr sehnte. Wo blieb da der Spaß? Was lief da falsch? Mußte das so sein? Vor mir eröffnete sich eine trostlose Perspektive meines Lebens. War das die einzige Möglichkeit? Wollte ich das? – Nein! Also, was konnte ich dagegen tun? Welche Auswege gab es? Ich wollte ja endlich teilhaben an Spaß, Vergnügen und lustvollem Miteinander. Ich wollte akzeptiert und aufgenommen sein im lustigen Treiben der Spaß-Gesellschaft. Also machte ich mich daran, mich anzupassen.

 

10 Strategien der „erfolgreichen Spaß-Menschen“

Es gibt eine Reihe von strategischen Verhaltensmustern verschiedener Menschen-Typen, die Spaß und Erfolg bringen sollen. Die verschiedenen Typen zeichnen sich also naturgemäß durch spezifisch dominante Muster aus. Wenn nun jemand durch subtilen Liebesschmerz und ein latentes Liebesdefizit belastet ist, dann aktiviert er solche Verhaltensmuster wahlweise, bevorzugt aber seinem spezifischen Typus entsprechend.

Die Muster oder Strategien werden mehr oder weniger unbewußt in der Hoffnung ausgeführt, sich von den negativen Folgen der ursächlichen Verletzung und Belastung zu befreien. Das Ziel ist, dann ein erträglicheres oder sogar bedingt zufriedenes und erfolgreiches Leben führen zu können. Dafür gibt es zwei verschiedene Parameter der Strategien:

  • Energiefokus: Externalisierung oder Internalisierung
  • Methode: Einstellung (Mentalität) oder Tat (Aktivität)

Der Energiefokus sagt etwas darüber, wo im Innen oder Außen wir den Hebel unserer Strategie ansetzen. Dieser ist entweder eher bei uns selbst, was einer Internalisierung gleichkommt. Der Volksmund spricht dann vom „in sich hineinfressen“. Oder aber wir lassen unseren Frust gezielt nach außen heraus und leben oder agieren ihn aus, indem wir ihn z.B. auch anderen hineindrücken. Diese Externalisierung nennt der Volksmund auch „sich auskotzen“.

Die Methode sagt aus, ob sich die Art unserer Strategie eher auf unsere Haltung oder Polung bezieht, also auf unsere Reaktions- und Verhaltensmuster. Das ist mit dem Begriff der Einstellung oder auch Mentalität gemeint und Diese kann eher offensiv (extern) oder eher defensiv (intern) sein. Die andere Art der Strategie erstreckt sich auf unsere Handlungen, was mit Tat oder auch Aktivität gemeint ist. Auch unsere Handlungen können entweder offensiver (extern) oder aber defensiver (intern) bezüglich der Zielrichtung unserer Strategie sein. Die folgende Tabelle zeigt nun die verschiedenen Strategien:

Strategie Internalisierung Externalisierung
Einstellung

Mentalität

  • Verstellen und Verbiegen
  • Autoaggression, Feindbilder, Zynismus, Arroganz und Verbitterung
  • Robustheit durch Lieblosigkeit und Aggression·
  • Imponiergehabe und Prahlerei·
  • Blinder Optimismus

Tat

Aktivität

  • Rückzug auf unbedeutende „Kriegsschauplätze“·
  • Betäubung und Zerstreuung durch Drogen und andere Süchte
  • Aufbau eigener Ressourcen von Sexual-Attraktoren·
  • Gezielte Partnersuche·
  • Weltverbesserung und Dienen

 

Ergebnisse der 10 Strategien zum „Lebenserfolg“

Ich selbst habe im Laufe meines Lebens bereits beinahe alle der oben aufgeführten Strategien wiederholt angewandt und ausprobiert. Deren Ergebnisse waren aber letztlich allesamt ernüchternd. Manche schafften zwar einen gewissen Ausgleich, indem sie das eigentliche Defizit durch andere Gewinne kompensierten. Wahre Erfüllung brachten sie aber nicht. Weitere Erläuterungen zu den einzelnen Strategien sind auf dieser Webseite unter „Neue Erkenntnisse –> Verhalten“ im Artikel „Liebe – Paradoxon, Kontroverse und Irrtümer“ zu finden.

Manche Strategien mögen zu einem vermeintlichen Erfolg führen. Der stellt sich etwa ein, wenn man sich selbst zu einem skrupellosen Widerling und Täter entwickelt, der schwächere Partner sucht, um diese von sich abhängig  zu machen, auszunutzen und auszubeuten. Das mag sich zunächst vielleicht gut anfühlen, wenn man als Überlegener dasteht. Aber auch das ist nur ein zweifelhafter Ersatz für die fehlende Liebe.

Alle diese Strategien brachten mir weder die erfüllte Liebe, nach der ich letztlich suchte, noch werteten sie mich auf. Im Gegenteil, sie führten dazu, daß ich mich selbst nicht mehr gerne im Spiegel betrachten wollte. Ich liebte und wertschätzte mich also um so weniger selbst, je mehr ich Liebe oder wenigstens Schmerzfreiheit durch Ersatzhandlungen oder manipulative Einstellungen erzwingen wollte.

Auch der letzte Ausweg der Verurteilung des ganzen „kranken Systems dieser bösen Welt“, wie es viele vielleicht schließlich sehen mögen, führt nicht zu einer Befriedung oder gar Heilung. Es tritt genau das Gegenteil ein, nämlich innere Distanz, die einen noch weiter vereinsamen läßt. Diese Haltung bewirkt ein Abwältzen der eigenen Verantwortung auf seine Umwelt. Damit macht man sich letztlich aber von dieser Umwelt abhängig, sieht sich selbst als Opfer und beraubt sich seiner eigenen Möglichkeiten der Gestaltung durch die eigene Selbstverantwortung. Welcher Weg aber wirklich hilft, das findest Du im Blog „Liebesbindung oder Lösungsweg“.

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