Kennenlernen richtig – Wer bist Du?

„Herzlich willkommen in diesem Blog. Schön, daß wir uns mal kennenlernen!“

Was hat Dich auf diese Seite geführt? Worüber machst Du Dir Gedanken? Was bewegt Dich? Und was machst Du?

Wenn wir jemand kennenlernen, wie oft bekommen wir dann irgendwelche Fotos oder „Images“ gezeigt? Manche Männer legen wie zufällig den Autoschlüssel mit dem Markenemblem ihres Luxus-Schlittens auf den Essenstisch oder auf die Bar. Natürlich soll das eine Aussage über sie und eine Wirkung auf ihr Gegenüber haben.

Die meisten unter uns kennen wohl die gespielte Situation eines Kennenlernens aus der Werbung: „Mein Haus, mein Garten, meine Jacht, mein Auto“. Die weibliche Variante davon wäre „Meine Kinder, mein Pferd, meine Katze, mein Mann“ (diese Reihenfolge ist hier bewußt gewählt!). Ist das etwa nicht vielsagend und enthüllend? Macht es Dich nicht neugierig, was das bedeuten soll?

Nun möchtest Du aber vielleicht zuerst gerne etwas von mir erfahren? – Dann also, hier sind:
          mein Haus       –        mein Auto       –      meine Yacht
Haus_1 Auto_3 Yacht_1

Und? Beeindruckt? 🙂 🙂 🙂
Wenn ja, dann muß ich Dich jetzt leider enttäuschen, denn diese Bilder bin ich nicht. Sie charakterisieren mich auch nicht. Nein, sie gehören nicht einmal zu mir. Sie sind reiner „Fake“. Ich wollte damit nur ein kleines exemplarisches Spiel mit Dir spielen. Was dahinter steht, kläre ich jetzt gleich auf.

 

Identifikation und Identität – wer möchte ich sein?

Die Reihe solcher Selbst-Definitionen wie oben kann beliegig fortgesetzt werden, z.B. auch mit „Mein Beruf, meine Erfolge, meine Abenteuer, meine Frauengeschichten“. Und worüber redest Du denn bevorzugt im Alltag? Über:

  • Kinder
  • den Mann
  • den Beruf
  • Krankheiten
  • Urlaub
  • Essen
  • Wein
  • Unterhaltungs-TV
  • tolle Geschichten von Dir, mit denen Du ausdrückst, wie besonders witzig, lustig, beliebt, mutig, schmerzerprobt und robust, trinkfest, stark, schlau, souverän, … Du bist

Unser Selbst-Ausdruck in unserer Kommunikation verrät unsere Identifikation. Was wir im Gespräch nach außen ausdrücken und darstellen, ist sicherlich ein wichtiger Teil von uns. Aber sind wir das wirklich? Oder sind wir nur gute Darsteller bzw. Schausteller, die etwas zur Schau stellen, was andere beeindrucken soll, ganz egal was sich dahinter wirklich verbirgt. Wie wollen wir nach außen erscheinen? Und was wollen wir gerne verbergen? Dazu mehr im Blog „Kennenlernen und kennenlernen lassen“.

Was meinen wir aber, wirklich zu sein? Was ist Deine Identität? Hier ein paar Vorschläge von Definitionen:

  • Ich bin, was ich habe
  • Ich bin, was ich mache
  • Ich bin, was ich erzähle (oder will zumindest so sein und wirken)
  • Ich bin, wonach ich aussehe (oder will zumindest so sein und wirken)
  • Ich bin, wie ich von anderen bewertet und geschätzt werde (oder fühle mich zumindest so)
  • Ich bin, was ich esse
  • Ich bin, was ich fühle
  • Ich bin, was ich denke

Welche dieser Selbst-Definitionen würdest Du auf Dich anwenden?

 

Richtiges Kennenlernen – der erste Schritt: Selbsterkenntnis

Aber wer bist Du denn wirklich? Wie gut kennst Du Dich selbst? Ist die Identifikation und das, was Du für Deine Identität hältst, tatsächlich Deine Gesamtpersönlichkeit? Wenn es Dir um richtiges Kennenlernen geht, dann fange am besten mal bei Dir selbst an.

Richtiges Kennenlernen bedeutet, eine Beziehung zu Deinem Gegenüber aufzubauen, in diesem Fall zu Dir selbst. Richtige Fragen werden Dich dabei führen. Ich biete Dir hier ein paar essentielle Fragen zum „Kennenlernen“ an:

  • Was willst Du?
  • Wer bist Du?
  • Wonach fragt Dich jemand gewöhnlich, wenn er/sie Dich gerne kennenlernen will?
  • Und was erzählst Du jemandem gewöhnlich, wenn er/sie Dich fragt, wer Du bist, was Du so machst oder wie es Dir geht?
  • Womit identifizierst Du Dich und worüber definierst Du Dich? (siehe vorherigen Abschnitt)

Ich empfehle Dir, die hier gestellten Fragen für Dich selbst aufzuschreiben und dann möglichst offen zu beantworten. Vielleicht fallen Dir dabei noch ein paar Fragen mehr ein. Laß Dir Zeit mit den Antworten und schreibe auch diese auf. So bekommt Deine „Selbsterkenntnis“ eine bewußte und reflektierte Qualität. Diese verschafft Dir dann ein nachhaltigeres Bild Deiner selbst. Wenn Du magst, dann schreib Deine gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen per Mail an mich oder poste sie als Kommentar.

Nach der Selbstübung des Kennenlernens kannst Du die hierbei gewonnenen Techniken auch auf alle anderen Objekte (Gegenüber) anwenden. Die entscheidende Rolle spielt dabei die wertfreie Aufmerksamkeit für Dein Gegenüber. Bedenke dabei, daß sich Kennenlernen aus zwei Wörtern zusammensetzt: Kennen und Lernen. Kennen bedeutet, etwas bewußt erlebt und verarbeitet zu haben. Es geht nicht um die Mehrung von Wissen, sonst müßte es Wissenlernen heißen. Es geht dabei um Verstehen und den Zugewinn an bewußter Erfahrung, die zu Erkenntnis führt. Ich wünsche Dir gutes Gelingen dabei.

Über den Author

ste

3 Comments

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  • Hi Ste,
    eine tolle Seite!
    Wie von dir gewohnt sehr tiefenreflektiert. Und außerdem sehr gut zu lesen. Man kann gar nicht aufhören 🙂
    Ich freu mich schon auf die Videos!
    Noch viel Erfolg,
    Tine

  • Hallo Stefan,

    Ich kann nur bestätigen was Tine geschrieben hat.
    Ich werde mir überlegen mit welchen Bildern ich Dich unterstützen kann.
    🙂 LG Elke

  • >>> Kennenlernen <<<

    Hallo Stefan,

    das hast Du aber sehr interessante Themen angepackt, Wissen zusammen getragen und Kenntnisse erarbeitet. Sehr schön zu lesen und es macht nachdenklich. Oft auch ein "ja genau" und gut, dass man so denken darf. Ist ja nicht gerade die Mehrheit, die so denkt.

    Zum Thema "Kennenlernen richtig" fehlt mir noch das wann und wo.
    Wie der Schotte, der täglich betet: Lieber Gott lass mich in der Lotterie gewinnen. Nach einem Monat ertönt eine Stimme: Bitte gebe mir eine Chance, kauf dir ein Los.

    Viele Grüße
    Peter

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